Elon Musk hat kürzlich ein Szenario gezeichnet, das die Weltpresse aufhorchen liess. Innerhalb der nächsten zehn bis zwanzig Jahre, so Musk, werde menschliche Erwerbsarbeit „nahezu vollständig optional" werden. Bis 2036 könne Geld in seiner heutigen Bedeutung überflüssig werden. Als Lösung für die entstehende Einkommenslücke fordert Musk ein bedingungsloses Grundeinkommen vom Staat — ein „Universal High Income" für alle Bürger.

Musk hat teilweise Recht. Und er hat teilweise gefährlich unrecht. Der Unterschied entscheidet darüber, ob die kommende Wirtschaft ein „Zeitalter des Überflusses" wird — oder eine neue Form der Ungleichheit.

Was heute schon passiert

Musks Zukunft ist näher, als viele denken. Bei BMW im Werk Spartanburg arbeiten seit Oktober 2024 humanoide Roboter des Herstellers Figure AI auf der laufenden Produktionslinie — sie haben in elf Monaten am Bau von über 30.000 Fahrzeugen mitgewirkt, in Zehn-Stunden-Schichten, fünf Tage die Woche. In Deutschland setzt BMW im Werk Leipzig ab Mitte 2026 den humanoiden AEON-Roboter der Zürcher Firma Hexagon Robotics für die Batterie-Montage ein. Mercedes-Benz lässt in Berlin-Marienfelde und im ungarischen Kecskemét den Apollo-Roboter von Apptronik Bauteile zwischen Produktionslinien bewegen. Tesla betreibt in Fremont über 1.000 Optimus-Gen-3-Einheiten in der Batteriemontage und Kabelführung. Hyundai lässt in Stanzerei und Karosseriebau bereits Boston-Dynamics-Roboter arbeiten.

Und der Preis? Bei BMW liegt der Stundensatz für einen humanoiden Roboter mittlerweile bei rund 25 US-Dollar pro Betriebsstunde — Kosten, die sich für Konzerne bereits heute gegen menschliche Löhne rechnen lassen.

Das ist keine Zukunftsmusik. Das ist gegenwärtige Praxis. Und sie beschleunigt sich.

Wo Musk gefährlich unrecht liegt

Musks Antwort auf all das ist das Grundeinkommen. Klingt sozial. Ist es nicht.

Es hat zwei fundamentale Probleme. Erstens ist es zu langsam. Bis Staaten sich auf Höhe und Finanzierung eines Grundeinkommens einigen, das nach Musks Zeitplan bereits in zehn Jahren nötig wäre, werden Millionen Menschen längst arbeitslos sein. Zweitens ändert es die Machtverhältnisse nicht. Wenn Konzerne die Roboter besitzen und Staaten das Grundeinkommen auszahlen, bleibt die Grundstruktur bestehen: Wenige besitzen die Produktionsmittel, viele empfangen Almosen. Das Almosen wird nur grösser. Und wer Almosen empfängt, hat keine Verhandlungsmacht.

Musks Zukunft ist eine Zukunft der Abhängigkeit. Sie ist besser als die Zukunft der Arbeitslosigkeit. Aber sie ist nicht die einzige mögliche Antwort. Sie ist nicht einmal die beste.

Die dritte Antwort

Es gibt eine andere Möglichkeit. Sie ist so einfach, dass sie fast übersehen wird.

Was, wenn die Menschen die Roboter besitzen würden?

Nicht der Staat. Nicht die Konzerne. Sondern die Menschen selbst — als direkte Miteigentümer einer wachsenden Roboterflotte, die für sie arbeitet.

In diesem Szenario wird die Grundeinkommen-Debatte überflüssig. Wer eine Beteiligung an Robotern besitzt, empfängt kein Almosen, sondern verdient an seinem eigenen Kapital. Der Wohlstand wird nicht umverteilt — er wird von Anfang an anders verteilt. Und die Machtverhältnisse verschieben sich, weil Millionen Menschen tatsächlich etwas besitzen, das produktiv ist.

Wenn Musks Prognose auch nur zur Hälfte zutrifft, ist die Zeit, damit anzufangen, nicht 2036. Sondern jetzt. Und die Frage ist nicht, wer uns rettet. Sondern, ob wir uns selbst rechtzeitig aufstellen.

Genau daran arbeiten wir.

Beep Labs AG entwickelt eine Plattform, mit der Menschen kontinuierlich Anteile an einer realen Roboterflotte aufbauen können. Mehr Informationen auf beep.org.