Es ist die Frage, die jeder stellt, wenn er ehrlich ist. Wenn Roboter immer mehr Arbeit übernehmen — was passiert mit den Menschen, deren Jobs verschwinden? Was passiert mit der Lagerarbeiterin in Hamburg, dem Reinigungsmann in Zürich, der Kassiererin in Mailand, dem Logistik-Mitarbeiter in Warschau? Die meisten Antworten auf diese Frage sind unbefriedigend. Optimisten verweisen darauf, dass jede industrielle Revolution am Ende mehr Jobs geschaffen als zerstört hat. Pessimisten warnen, dass es diesmal anders sein wird. Politiker versprechen Umschulung. Tech-Milliardäre schlagen Grundeinkommen vor. Niemand weiss genau, was funktioniert.
Dieser Artikel macht keinen Versuch, die Wahrheit zu kennen. Er versucht etwas anderes: ehrlich aufzulisten, was wir wissen, was wir nicht wissen, und welche Antworten heute auf dem Tisch liegen — inklusive einer, die selten ausgesprochen wird.
Eine Zahl wird oft zitiert: Eine Oxford-Studie aus 2013 schätzte, dass 47 Prozent aller US-Jobs durch Automatisierung gefährdet seien. Das war damals eine Schock-Zahl. Heute zeigt sich: Die Realität verlief anders als die Studie projizierte. Viele der gefährdeten Jobs gibt es immer noch. Manche wurden umgestaltet, andere ergänzt durch neue Tätigkeiten.
Aber das heisst nicht, dass nichts passiert ist. McKinsey schätzte 2023, dass bis 2030 weltweit 400 bis 800 Millionen Menschen ihren Beruf wechseln müssen werden, um in der automatisierten Wirtschaft beschäftigungsfähig zu bleiben. Das sind keine kleinen Zahlen. Das ist eine Bewegung, die viele Familien direkt betreffen wird.
Was wir auch wissen: Die am stärksten betroffenen Berufe sind heute die mit der geringsten Bildungsanforderung. Lagerlogistik, Reinigung, Kassen-, Maschinenbedienungs- und Service-Tätigkeiten. Das sind die Berufe, die vielen Menschen heute ein Auskommen sichern, oft Menschen ohne Hochschulbildung, oft mit Familien, oft in Regionen, in denen alternative Arbeitgeber rar sind. Wenn diese Jobs verschwinden, verschwindet nicht nur ein Einkommen — es verschwindet eine Lebensform.
Was wir nicht wissen
Wir wissen nicht, wie schnell die Welle kommen wird. Manche Branchen automatisieren schon heute schnell. Andere bleiben hinter den Erwartungen zurück. Wir wissen nicht, wie viele neue Berufe entstehen werden — die Geschichte sagt, dass es viele sein werden, aber sie werden andere sein als die bisherigen. Wir wissen nicht, ob die Umschulungs-Infrastruktur funktioniert. Wir wissen nicht, wie politische Systeme reagieren werden, wenn ganze Branchen gleichzeitig in Bewegung geraten.
Was wir besonders nicht wissen: Wie sich die Lohnverteilung verändern wird. In den vergangenen Jahrzehnten ist der Anteil des Volkseinkommens, der an Arbeit (statt an Kapital) ging, in allen entwickelten Volkswirtschaften gesunken. Wenn Roboter weitere Arbeitsleistung übernehmen, wird dieser Trend sich vermutlich verstärken. Mehr Wertschöpfung wird in den Bilanzen weniger Unternehmen sichtbar — weniger als Lohn, der breit verteilt wird.
Das ist die Sorge, die viele Menschen umtreibt, oft ohne dass sie es so ausdrücken können. Es geht nicht darum, dass Roboter den Job nehmen. Es geht darum, dass die Erträge der Roboterarbeit nicht bei denen ankommen, deren Jobs sie ersetzt haben.
Drei klassische Antworten — und ihre Grenzen
Drei Antworten werden seit Jahren diskutiert. Jede davon hat einen wahren Kern. Keine davon ist allein ausreichend.
Die erste Antwort heisst Umschulung. Wer seinen Job verliert, soll umgeschult werden — in Berufe, die die Maschinen nicht ersetzen. Das ist richtig und wichtig, hat aber zwei Schwächen. Erstens: Nicht jeder Mensch ist in jeder Lebensphase gleich umschulbar. Eine fünfzigjährige Lagerarbeiterin lässt sich nicht ohne Weiteres zur Datenanalystin umschulen — nicht wegen mangelnder Intelligenz, sondern wegen Lebensumständen, Familienverantwortung, Bildungsanschluss. Zweitens: Auch die neuen Berufe sind nicht sicher vor Automatisierung. Wer heute zum Web-Entwickler umschult, weiss nicht, was KI in fünf Jahren übernommen haben wird.
Die zweite Antwort heisst bedingungsloses Grundeinkommen. Wenn nicht mehr alle gebraucht werden, soll allen ein Mindesteinkommen zustehen. Das ist eine ernsthafte Idee, die heute weltweit getestet wird. Die Schwäche: Sie löst das materielle Problem, aber sie löst nicht das Würde-Problem. Menschen leben nicht nur von Geld, sondern auch von Sinn. Wer dauerhaft ausserhalb der Wertschöpfungsmaschine steht, verliert mehr als Einkommen.
Die dritte Antwort heisst Umverteilung durch Steuern. Wenn Unternehmen mehr Gewinn machen, weil sie weniger Lohn zahlen, sollen sie mehr Steuern zahlen — und der Staat verteilt um. Das ist die Standard-Antwort der Sozialdemokratie auf alle Wirtschaftsverschiebungen. Sie funktioniert, hat aber zwei Schwächen. Erstens: Sie kommt nach. Erst entstehen die Verluste, dann die Umverteilung, dazwischen Jahre des Leids. Zweitens: Sie ist politisch fragil. Steuern können sinken, Programme können gekürzt werden — die Umverteilungsmaschine muss in jeder Generation neu erkämpft werden.
Eine vierte Antwort, die selten genannt wird
Es gibt eine vierte Antwort, die in der politischen Debatte selten auftaucht: Beteiligung von Anfang an.
Die Logik ist einfach. Wenn die Erträge der Roboterarbeit langfristig zunehmen werden, dann muss man dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen schon heute an dieser Wertschöpfung beteiligt sind. Nicht durch Umverteilung im Nachhinein, sondern durch Eigentum von Anfang an. Wer einen Anteil an den Robotern hat, die seine Arbeit übernehmen werden, verliert nicht alles, wenn sie kommen. Er gewinnt sogar mit, wenn sie produktiver werden.
Diese Idee ist nicht neu. Wirtschaftshistoriker beschreiben unter dem Begriff der „Volksaktie" Versuche, breite Bevölkerungsschichten an industrieller Wertschöpfung zu beteiligen. Genossenschaften haben in der Schweizer Geschichte ähnliche Funktionen übernommen — wer Migros-Genossenschafter ist, ist Miteigentümer eines Unternehmens, das Milliarden umsetzt. Aktienprogramme für Mitarbeitende sind in vielen Ländern verbreitet. Was diese Modelle gemeinsam haben: Sie geben einfachen Menschen einen Anteil an der Wertschöpfung, der über ihren Lohn hinausgeht.
Die neue Frage ist, wie das im Zeitalter der Robotik funktionieren kann. Wie kann eine Lagerarbeiterin in Hamburg an den Robotern beteiligt sein, die ihre Branche transformieren werden? Wie kann ein Reinigungsmann in Zürich von den Reinigungsrobotern profitieren, die seine Branche umstrukturieren? Wie kann eine junge Familie in einer mittelgrossen Stadt früh genug einsteigen, um vom kommenden Wandel zu profitieren — nicht ausgeschlossen zu werden?
Was Tokenisierung daran ändert
Hier kommt eine technische Entwicklung ins Spiel, die mit der gesellschaftlichen Frage zunächst nichts zu tun zu haben scheint: die Tokenisierung von Vermögenswerten auf der Blockchain.
Direkte Beteiligungen an Roboterflotten waren bisher institutionellen Investoren vorbehalten. Die Hürden waren hoch: hohe Mindestbeträge, komplexe Verträge, eigene Strukturen. Asset Tokens nach Schweizer Finanzmarktrecht senken diese Hürden dramatisch. Sie machen es möglich, an einer Roboterflotte teilzuhaben — diversifiziert, professionell betrieben, in kleinen monatlichen Einheiten, ohne dass der einzelne Teilnehmer Roboter selbst kaufen, warten oder verwalten muss.
Das ist die Grundlage von beep. Wir bauen einen Robo-Pool, an dem Menschen über ein Monatsabo beteiligt sind. Wer heute beim Einstiegspreis von 500 Schweizer Franken pro Monat dabei ist, baut sich über die Jahre einen Anteil auf, der mit dem Pool wächst, mit der Robotik-Wirtschaft wächst, mit den Erträgen der vier wirtschaftlichen Säulen wächst, auf denen unser Modell steht.
Das ist nicht die Lösung für alle gesellschaftlichen Folgen der Automatisierung. Es ist aber ein konkreter Baustein für die vierte Antwort — Beteiligung von Anfang an. Es ist eine Antwort, die jedem Menschen heute schon zur Verfügung steht, der die Frage ernst nimmt: Wie sorge ich dafür, dass ich auf der gewinnenden Seite dieser Entwicklung stehe?
Ehrlich bleiben
Wir wollen keine Illusion verkaufen. Wer heute bei beep einsteigt, wird damit kein Vermögen aufbauen, das ihn vor allen Risiken der Robotik-Revolution schützt. Die Welle wird in jedem Fall Verlierer haben — Menschen, deren Jobs verschwinden, Regionen, die strukturschwach werden, Familien, die mit dem Wandel hadern. Tokenisierung allein wird das nicht lösen. Umschulung, Grundeinkommen, Umverteilung — diese Antworten werden weiter gebraucht. Und sie müssen politisch gestritten werden.
Aber beep ist eine Antwort, die nicht auf politische Entscheidungen wartet. Sie ist da, sie funktioniert, sie ist für jeden Menschen zugänglich, der ein Monatsabo abschliessen kann. Wer früh dabei ist, baut über die Jahre einen Anteil auf, der mit der Robotik-Wirtschaft wächst. Wer nicht früh dabei ist, schaut zu, wie andere die Erträge sammeln.
Das ist nicht die ganze Antwort auf die Frage, was mit den Menschen passiert. Es ist eine Antwort, die einzelne Menschen für sich selbst geben können — heute, in dieser Generation, ohne auf politische Mehrheiten zu warten. Die Frage bleibt offen. Aber sie ist nicht mehr unbeantwortbar.