Es gibt eine Frage, die in den nächsten zehn Jahren über mehr Wohlstand entscheiden wird als alle Aktienmärkte zusammen. Sie wird in keinem grossen Wirtschaftsmagazin auf der Titelseite stehen, weil sie zu einfach ist. Aber sie wird unser Verhältnis zur Arbeit, zur Wirtschaft und zum Wert von Zeit selbst verändern. Die Frage lautet: Wer wird die Roboter besitzen?

Die stille Revolution, die bereits stattfindet

Wenn von der Roboter-Revolution gesprochen wird, denken die meisten Menschen an futuristische Humanoide aus Science-Fiction-Filmen. Das ist romantisch und falsch. Die echte Revolution ist nüchterner, leiser und seit Jahren im Gange.

Amazon hat im Juli 2025 die Marke von einer Million Robotern in seinen Lagern weltweit überschritten. Drei Viertel aller Bestellungen werden inzwischen mit Roboter-Unterstützung bearbeitet. Hotels in Asien setzen Service-Roboter ein, um Speisen zwischen Etagen zu transportieren. Krankenhäuser bewegen mit ihnen Medikamente. Reinigungsroboter arbeiten nachts in Bürohäusern, Einkaufszentren und Flughäfen — leise, ohne Pause, und ohne dass es jemand merkt.

Der globale Robotik-Markt wächst Schätzungen zufolge von rund 90 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf über 205 Milliarden US-Dollar bis 2030. Und das ist nur ein Zwischenstand. Die eigentliche Welle kommt mit den humanoiden Robotern, deren Markt sich Schätzungen zufolge bis 2030 verneunfachen wird.

Diese Zahlen sind nicht aussergewöhnlich. Sie sind langweilig, weil sie real sind. Aber sie deuten auf eine Frage hin, die niemand stellt.