Wenn man heute über Token spricht, denken die meisten an dasselbe: Bitcoin, das wild schwankt. Memes wie Dogecoin. Tausende von Coins, die niemand braucht. Die Krypto-Welt hat sich in den letzten zehn Jahren einen Ruf erarbeitet, der zwischen Faszination und Skepsis schwankt — und in vielen Fällen schlicht in der Skepsis landet. Das ist verständlich. Es ist aber auch ungerecht — denn unter dem Lärm der Spekulation hat sich etwas anderes entwickelt, das nichts mit Memes und alles mit klassischen Finanzinstrumenten zu tun hat: Asset Tokens.

Dieser Artikel erklärt, was Asset Tokens sind, warum sie sich grundlegend von spekulativen Kryptowährungen unterscheiden, und warum die Schweiz hierbei eine Rolle spielt, die wenige Menschen ausserhalb der Branche kennen.

Drei Arten von Token — und warum man sie nicht in einen Topf werfen sollte

Die Finanzmarktaufsicht in der Schweiz, die FINMA, hat bereits 2018 eine systematische Unterscheidung eingeführt. Sie teilt Tokens in drei Kategorien ein:

Payment Tokens sind digitale Zahlungsmittel — die klassische „Kryptowährung". Bitcoin gehört in diese Kategorie. Ihr Wert ergibt sich aus Angebot und Nachfrage. Sie sind nicht durch reale Vermögenswerte gedeckt, sondern durch die Erwartung, dass jemand sie morgen kaufen wird.

Utility Tokens geben Zugang zu einer Plattform oder Anwendung. Wer einen Utility Token hält, kann eine Dienstleistung nutzen, ein Stimmrecht ausüben oder einen Service in Anspruch nehmen. Sie sind keine Investments im klassischen Sinn, sondern eher digitale Eintrittskarten.

Asset Tokens sind die digitale Form eines klassischen Wertpapiers. Sie repräsentieren einen wirtschaftlichen Anspruch — auf einen Anteil an einem Unternehmen, an einer Anlage, an einem Cashflow oder an einem realen Vermögenswert. Sie sind rechtlich wie Aktien, Anleihen oder Beteiligungsrechte zu behandeln — nur dass sie nicht als Papierdokument oder Registereintrag existieren, sondern als Eintrag auf einer Blockchain.

Wer von „Krypto" spricht, meint fast immer die erste Kategorie. Wer von „der Zukunft des Finanzmarkts" spricht, meint die dritte.