Der Markt für humanoide Roboter verlässt das Stadium der Labore. Er betritt die Fabrikhallen — schneller als die meisten erwartet haben.

Laut IDC wurden im Jahr 2025 weltweit rund 18.000 humanoide Roboter ausgeliefert. Das entspricht einem Wachstum von +508 % gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtumsatz lag bei etwa 440 Millionen Dollar, wobei vollformatige Modelle allein 41,6 % des Umsatzes ausmachten. Chinesische Hersteller dominieren das Volumen: AgiBot lieferte rund 5.200 Einheiten aus, Unitree meldet über 5.500 Auslieferungen — und ein noch größeres Auftragsportfolio.

Noch kein Ersatz — aber ein ernsthafter Anfang

Die aktuellen Maschinen sind noch mindestens doppelt so ineffizient wie Menschen. Das unterstreicht, wie anspruchsvoll der Einsatz in der Praxis ist. UBTech gibt an, dass ihr Walker S2 heute bei 50–60 % menschlicher Produktivität arbeitet — und das nur bei klar definierten Aufgaben wie Kartonfaltung oder Qualitätskontrolle. Bis 2027 plant das Unternehmen, die 80-%-Marke zu erreichen.

Wir befinden uns im Übergang von der Prototyp-Phase zur frühen Kommerzialisierung. Der entscheidende Filter für die Skalierung ist jedoch nicht die schiere Modellvielfalt — China hat 2025 bereits über 330 neue Modelle vorgestellt. Was zählt, ist etwas anderes: Zuverlässigkeit im Produktionszyklus, Wirtschaftlichkeit des Betriebs (Cycle Time, Energieverbrauch, Wartung) und die Integrationsfähigkeit in bestehende Prozesse.

Komplexität als strategische Variable

Ein humanoider Roboter ist konstruktiv deutlich anspruchsvoller als ein klassischer Industriemanipulator. Autonome Stromversorgung, Dutzende beweglicher Gelenke, adaptive Entscheidungsprozesse — all das bedeutet mehr potenzielle Ausfallpunkte und höhere Anforderungen an die Serviceinfrastruktur.